Veröffentlicht am: 31. Juli 2025

NIn den letzten sechs GPs geht es um 360 Punkte. Obwohl der Titelkampf in der MX6-Weltmeisterschaft offener ist als in der MXGP, ist auch hier die Stunde der Wahrheit gekommen. Kann der amtierende Weltmeister Kay De Wolf seine Rivalen Simon Längenfelder und Andrea Adamo zur Ordnung rufen?

Wunderkind Simon Langenfelder (Bild unten) übersprang die EMX250-Klasse und gab mit 2 Jahren sein Debüt in der MX15-Weltmeisterschaft. Der junge Deutsche zeigte seit 2020 bereits einige beeindruckende Leistungen, doch erst in diesem Jahr konnte er den Titel „ewiger Dritter“ abschütteln. Der 3-jährige Red Bull KTM-Fahrer führt nun die Weltmeisterschaftswertung an.

Ehemaliger MX2-Weltmeister Andrea Adamo Mit 47 Punkten Rückstand folgt Längenfelder. Weder Längenfelder noch Adamo gelten als reine Sandspezialisten. Der WM-Spitzenreiter behauptet sich jedoch im Sand. Sowohl 2024 als auch 2023 erreichte er den Städtisches Motocross-Zentrum Das letzte Podium. Kampfchampion Adamo hat im Sand vielleicht nicht die absolute Geschwindigkeit des Favoriten De Wolf, aber er wird alles tun, um an diesem Wochenende so wenig Punkte wie möglich zu verlieren.

Für den Titelverteidiger Kay DeWolf 2025 war bisher eine Achterbahnfahrt. Obwohl „Wolfman“ 7 Seriensiege und die meisten Podestplätze (10 Mal) eingefahren hat, gab es zu viele Rückschläge. Kay liegt nun 59 Punkte hinter Längenfelder. Nicht unüberwindbar, aber dann die Nestas Husqvarna Der Star setzte wie schon in Finnland ein klares Zeichen. Doch selbst ein solcher Hattrick (Qualifikationssieg, Doppelsieg am Sonntag) ist nur ein Erfolgsrezept. Der achtfache GP-Sieger braucht die Hilfe anderer, um den Abstand zum Duo Längenfelder & Adamo möglichst gering zu halten.

 

Wolf sucht Komplizen!

De Wolfs logischster Verbündeter, um seinen Titelrivalen Punkte abzunehmen, wäre Liam Evert Nach seinem schweren Sturz in Finnland ist er leider nicht dabei. Aber vielleicht kann ein anderer Belgier Kay helfen.

Insbesondere Sacha Coenen (Foto unten). Der 18-Jährige Taschenrennfahrer Obwohl er für einen Titelkampf noch etwas zu unbeständig ist – er liegt aktuell auf Platz 4 der Gesamtwertung – ist er an guten Tagen unschlagbar. Lucas' Zwillingsbruder hat in dieser Saison bereits sechs Podiumsplätze errungen. Außerdem hat außer Längenfelder niemand mehr MX6-Runden angeführt als er. Sacha hat es in seinem Heimatland übrigens noch nie aufs Podium geschafft. Wer weiß, vielleicht bricht er den Bann dieses Wochenende!


Wie schon in der MXGP verspricht es auch in der MX2 einen offenen Kampf um das letzte Podium in Lommel zu geben. Der Südafrikaner Camden McLellan bereits Zweiter in Sardinien, Rick Elzinga (Foto unten) stand letztes Jahr in Limburg auf dem Podium, und auch MX2-Rookies Cas Walk, Mathis Valin en Valerio Lata auf dieser Art von Oberfläche gute Leistung.

Aber welcher internationale Reiter hat heutzutage noch Probleme im Sand? Oriola Oliver, Maxim Werner, Guillem Farres und natürlich Karlis Reisulis sind alle aus dem richtigen Holz geschnitzt, um viele Punkte zu erzielen.

Der amtierende Europameister Valin holte letzte Woche seinen ersten Podestplatz, der Kawasaki-Werksfahrer scheint also in der besten Form der drei zu sein. Lommel könnte für Valin ein willkommener Neustart sein. Cas startete mit einem Paukenschlag in seine erste Weltmeisterschaftssaison. In Argentinien sicherte er sich bereits einen dritten Platz, und der gut gelaunte Van Venrooy Racing-Fahrer wird das sicher wiederholen wollen!

Thibault Benistant ist Fünfter in der Weltmeisterschaft, 5 Punkte hinter Sacha Coenen. Der dreimalige GP-Sieger bleibt in seiner letzten MX28-Saison hinter den Erwartungen zurück und wechselt zwischen Glanzstücken (zwei Podestplätze) und schwachen Leistungen.
Man kann den Yamaha-Fahrer nicht gerade als geborenen Sand-Rennfahrer bezeichnen. Dennoch konnte er in Lommel bereits einige beeindruckende Ergebnisse erzielen. Auf dem Weg zur EMX250-Krone im Jahr 2020 gewann der Franzose sogar drei der vier Läufe.
Er erreichte sowohl 2023 als auch 2022 Podiumsplätze bei den GPs auf Sardinien. Kein Lommelwood, aber trotzdem …

Erfolgshungrige Flachländer

Für Heimfahrer Nicolas Vennekens (Foto unten) Lommel ist die Plattform, um Familie und Freunden seine Fortschritte zu präsentieren. In der Weltmeisterschaftswertung liegt der private KTM-Fahrer mit Platz 20 dicht an den Top 22. Seine Herausforderung? Seine „persönliche Bestleistung“ zu verbessern, die er in Sardinien und Finnland mit einem 17. Platz erreichte. Nicht zufällig handelt es sich bei beiden Rennen um Sandrennen.

Für eine Überraschung in den Top 10 des Tieflandes würden wir lieber einen Blick auf Jens Walvoort en Kay Karssemakers der seit einigen Wochen für das erfahrene Dixon Racing Team fährt. Teammanager Steve Dixon und sein Team wissen, was es braucht, um in Lommel zu punkten. Max Anstie gewann dort 2014 und 2015 den GP.

Auch der 18-Jährige Gyan Doensen (Bild unten) hat Erfahrung in seinem Team. Bei seinem MX2-WM-Debüt kann der Gabriel SS24 KTM-Fahrer auf die Expertise des ehemaligen Lommel-GP-Siegers Shaun Simpson zählen. Doensen selbst ist übrigens in der EMX250-Klasse recht erfolgreich und belegt aktuell den vierten Platz in der Gesamtwertung. Lommelwood ist ein hervorragender Test für den gebürtigen Limburger, der im nächsten Jahr Vollzeit in der Weltmeisterschaft antreten möchte.

Letztes Jahr überrascht Bradley Masters In Lommel, Freund und Feind in der EMX250-Klasse mit einem starken dritten Platz im Eröffnungsrennen. Dieses Jahr wird die Herausforderung noch größer! Scott Smulders, einer der wenigen Privatfahrer auf Triumph, möchte eine Top-Leistung abrufen. Der ehemalige EMX65-Champion erreichte beim zweiten Rennen in Lettland einen respektablen 2. Platz.

Heimfahrer Emile De Baere, Roan Tolsma und Lotte Van Drunen, Sie alle träumen von WM-Punkten. Im Fall von Van Drunen, dem WMX-Weltmeister, wäre es eine unglaubliche Leistung … aber keine Premiere!

Das 17-jährige Kraftpaket erzielte in ihrer Jugend einen beeindruckenden Rekord und gewann zwei EMX-Medaillen und eine Junioren-Weltmeisterschaftsmedaille gegen die Jungen. Dass ein Punkt in einem GP tatsächlich möglich ist, bewies die blitzschnelle Frau aus Gorinchem bei ihrem WM-Debüt beim GP von Flandern 2. Beim zweiten MX1-Lauf in Lommel belegte sie den 2024. Platz, 2 Sekunden hinter Vennekens.

Vollständige Teilnehmerliste hier
Wochenendzeit hier

Ehrentafel GP Lommel – MX2 / 250cc

2024 – Kay de Wolf (NED – Husqvarna)
2023 – Jago Geerts (BEL – Yamaha)
2022 – Jago Geerts (BEL – Yamaha)
2021 – Jago Geerts (BEL – Yamaha)
2020* – 2x Tom Vialle (FRA – KTM) & Ben Watson (GBR – Yamaha)
2019 – Jorge Prado (ESP – KTM)
2018 – Jorge Prado (ESP – KTM)
2017 – Jorge Prado (ESP – KTM)
2016 – Max Anstie (GBR – Husqvarna)
2015 – Max Anstie (GBR – Kawasaki)
2014 – Max Anstie (GBR – Yamaha)
2012 – Jeffrey Herlings (NED – KTM)
2011 – Jeffrey Herlings (NED – KTM)
2010 – Ken Roczen (GER – Suzuki)
2009 – Marvin Musquin (FRA – KTM)
2008 – Gert Krestinov (EST – KTM)
1994 – Stefan Everts (BEL – Kawasaki)
1993 – Marnicq Bervoets (BEL – Kawasaki)
1990 – Pekka Vehkonen (FIN – Yamaha)

*aufgrund des angepassten Covid-Kalenders fanden in Lommel drei aufeinanderfolgende GPs statt

 

Fotos:  JP Acevedo, Samo Vidic / Red Bull Content Pool, Fullspectrum Media