Veröffentlicht am: 21. Januar 2026

OMit 34 Jahren nähert sich MXGP-Weltmeister Romain Febvre (Kawasaki Racing Team) dem Ende seiner Karriere. Davon ist in seiner sportlichen Laufbahn jedoch nichts zu spüren. Der ehrgeizige Franzose hat 2025 viel Selbstvertrauen getankt und fühlt sich stärker denn je.

Während seine Rivalen Jeffrey Herlings und Tim Gajser die Teams wechseln, bleibt Febvre beim Kawasaki-Werksteam. Die erfolgreiche Partnerschaft mit Kimi Räikkönen und Antti Pyrhonen geht nun in die siebte Saison. Die Voraussetzungen für einen erneuten Kampf um den Weltmeistertitel sind jedoch nach wie vor gegeben. Auch seine Kawasaki-Teamkollegen Paul Jonass in der MXGP und Mathis Valin bleiben dieselben wie im Vorjahr.

Lediglich das Aussehen des „RF3“ wurde für 2026 leicht verändert. Der erfahrene Rennfahrer wird ab sofort Kleidung von Shot Race Gear anstelle von Just1 tragen. Sein Ziel? Der erfolgreichste französische Fahrer in der Geschichte der Motocross-Weltmeisterschaft zu werden.

Könnte Stabilität in einer Saisonpause mit so vielen Veränderungen ein großer Vorteil sein?
Romain Februar: Meine körperliche Verfassung ist gut, und auch das Team ist top. Ich fahre jetzt seit sechs Jahren für Kawasaki und kenne das Motorrad in- und auswendig. Ich arbeite schon lange mit den Leuten von Kawasaki Japan zusammen, was die Sache deutlich erleichtert. Wenn wir auf ein Problem stoßen, finden wir gemeinsam eine Lösung. Auf dem Motorrad können wir uns dann voll und ganz darauf konzentrieren, was angepasst oder optimiert werden muss.

Wenn man im fortgeschrittenen Alter noch auf dem Höhepunkt seiner Karriere steht, ist es schwieriger, die eigene Zukunft zu gestalten. Wie geht man damit um?
Febvre: Ich weiß, dass der Zeitpunkt für meinen Rücktritt vom Rennsport kommen wird. Dieser Moment rückt nun definitiv näher. Dieses Jahr werde ich noch einmal alles geben. Danach würde ich, wenn ich einen Vertrag für nur eine Saison bekäme, diesen gerne annehmen. So kann ich jederzeit aufhören, wann immer ich will. Ich möchte keinen weiteren großen Vertrag für zwei oder drei Jahre unterschreiben; das macht für mich keinen Sinn mehr.

Inwiefern sind Sie jetzt ein kompletterer Fahrer als zuvor?
Febvre: Konstanz und Geschwindigkeit hängen zusammen, und das lernt man vor allem durch Erfahrung. Man weiß, welche Grand Prix man gewinnen kann und welche nicht. Wenn man das Gefühl hat, dass ein Sieg an diesem Wochenende nicht drin ist, sorgt man dafür, Dritter, Vierter oder Fünfter zu werden. Jüngere Fahrer versuchen immer zu gewinnen, selbst wenn es eigentlich unmöglich ist. Dann übertreiben sie es und machen Fehler. Meine beiden schlechtesten Ergebnisse 2025 waren jeweils ein fünfter Platz in der Gesamtwertung. Das zeigt, wie konstant ich war, und darauf kann ich wirklich stolz sein.

Im Jahr 2025 gewann Febvre fünf Grand Prix und konnte ihn nicht vom Podium fernhalten.

Nachdem seine traditionelle Wintervorbereitung auf Sardinien fast abgeschlossen ist, kann Romain seinen Vorbereitungsrennen nun den letzten Schliff geben. Dank der mentalen Ruhe, die ihm sein zweiter Weltmeistertitel gebracht hat, ist die Kawasaki bestens aufgestellt.
Das ist ein Vorteil, der im Verlauf einer Meisterschaft nicht unterschätzt werden sollte.

Neben den Titelanwärtern Lucas Coenen, Jeffrey Herlings und Tim Gajser werden auch die MXGP-Rookies Kay De Wolf, Thibault Benistant und Andrea Adamo alles daran setzen, sich zu beweisen. Für Febvre ist 2026 alles ein Bonus, und genau das macht ihn so gefährlich.

Tekst: Geoff Meyer/MXGP, Redaktion
Fotos: Rennausrüstung erschossen